Afghanistan: »Schweigen tötet«
Queere Menschen in Afghanistan werden von den regierenden Taliban systematisch verfolgt. Drei Betroffene berichten über ihr Leben in Angst, aber auch über ihren Aktivismus.
»ANGST WURDE MEIN SCHATTEN«
Idris, 19 Jahre, in afghanischer Haft gefoltert
Idris ist mein Name. Ich bin queer und lebe seit meiner Abschiebung aus Iran ohne ein Zuhause in Herat. Ich schlafe in Moscheen oder dort, wo mich niemand findet. Ich habe keine Arbeit, keine Sicherheit. Die Taliban nahmen mich im Sommer 2022 fest, ein Jahr nachdem sie die Macht übernommen hatten. Ich war damals 15. Vielleicht hat mich jemand angezeigt, vielleicht haben sie mich einfach als homosexuell erkannt.
Vollständiges Interview siehe ganzer Artikel.
»UNTER EINER ANDEREN IDENTITÄT«
Ada, 20 Jahre, in pakistanischer Flüchtlingsunterkunft sexuell erpresst
Ich nenne mich Ada und habe es geschafft, das zweite Mal nach Islamabad auszureisen. Ich habe ein temporäres Visum für eine medizinische Behandlung, weil ich in Afghanistan im Gefängnis massive Gewalt erlebt habe. Ich bin eine afghanische trans* Frau und wuchs in einer gebildeten Familie in Mazar-i-Sharif auf.
Vollständiges Interview siehe ganzer Artikel.
»ALLES BRACH WEG«
Dayana Daneshwar, 19 Jahre, Queer-Aktivistin im deutschen Exil
Ich heiße Dayana Daneshwar und lebe heute in Deutschland. Aufgewachsen bin ich in Afghanistan, in einer streng religiösen Familie, in der es keinen Platz für meine Identität gab. Ich bin eine trans* Frau. Für meine Familie war ich immer Yasir – ein Junge, der funktionieren sollte. Doch meine Seele war Dayana. Schon als Kind wusste ich, dass ich anders bin, auch wenn mir die Worte dafür fehlten.
Vollständiges Interview siehe ganzer Artikel.
QUEERS IN AFGHANISTAN
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 sind queere Menschen (LGBTI+) in Afghanistan systematischer Verfolgung ausgesetzt. Die Taliban verleugnen und kriminalisieren gleichgeschlechtliche Beziehungen und vielfältige Geschlechtsidentitäten. Die Strafen reichen von Auspeitschung und Inhaftierung bis hin zu Vergewaltigung, Folter und Todesstrafe.
Quelle: QueerAmnesty
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